Theory
mitumBACK = reverse engineering globalization = Zielsetzungen
Reverse Engineering - aus Wikipedia - bezeichnet den Vorgang, aus einem bestehenden, fertigen System oder einem meistens industriell gefertigten Produkt durch Untersuchung der Strukturen, Zustände und Verhaltensweisen, die Konstruktionselemente zu extrahieren. Aus dem fertigen Objekt wird somit wieder ein Plan gemacht. Reverse Engineering, versucht das vorliegende Objekt abzubilden. Häufig wird versucht, zur Verifikation der gewonnenen Einsichten eine 1:1-Kopie des Objekts anzufertigen, auf deren Basis es grundsätzlich möglich ist, Weiterentwicklung zu betreiben.
Die zwiespältige Koexistenz zwischen den modernen Märkten funktioneller Dinge und Objekten kommt sinngemäß erst auf einer bestimmten Stufe der wirtschaftlichen Entwicklung der industriellen Erzeugung und der Befriedung der Lebensansprüche zur Geltung. Symbole dieser paradigmatischen Wende zwischen den unterschiedlichen Wahrnehmungen von Waren und Dingen dieser Provenienz werden zum Fetisch der globalen Verwirtschaftung von Kulturen. Afrikanische Totems sind z.B. in Europa in Galerien und chinesische T-Shirts die europäische Fußballer zieren, werden in Massen produziert zum Identifikationsobjekt von so manchem afrikanischen Jugendlichen. Die Konnotationen die dabei oszillierend zu tage treten, sind Basis der künstlerischen Umsetzung des Projektes.
Kunst ist dabei als Medium zu sehen, denn erst durch diesen gesellschaftlichen Persilschein ist es möglich diese Arbeit ohne wirtschaftliche oder entwicklungspolitisch, wissenschaftlich vorgeprägte Betriebsblindheit durchzuführen.
Abschließend bleibt noch anzumerken, dass unter dem Motto „Interdisziplinarität und Globales agieren“, in unserem Fall also durch die Zusammenarbeit von Kunst und Sozial- bzw. Kulturanthropologie, die Möglichkeit geboten wird, sich einem schwierigen Begriff anzunähern und die Multidimensionalität des Themas aufzuzeigen, gleichzeitig soll jedoch darauf verweisen werden, dass der Anspruch auf allgemeingültige, unumstößliche Wahrheiten (seriöserweise) nicht gestellt werden kann. Unser Anliegen ist keine Entwicklungshilfe zu machen oder andere klassische Modelle durchzuspielen, die die letzten Jahre geprägt haben, sondern zu versuchen, neue Standpunkte zu vermitteln, eben durch Kunst im globalen Dorf zu interagieren.
m.hafner
_______
c.berthold und m.hafner
_______
DIE KONTEXTUALISIERUNG
von Christof Berthold
„A long chain of charity and commerce binds the world´s richest and poorest people in accidental intimacy. It´s a curious feature of the global age that hardly anyone on either end knows it“ (Parker 2002: 54 in: Palmer und Clark 2006: 4)
_______
Lesetips
_______
ASCHENBRENNER-WELLMANN, Beate (1991):
Ethnizität in Tanzania.
Überlegungen zur Bedeutung der Ethnizität im
Rahmen des Gesellschaftlichen Wandels.
München: Anacon.
BAUDRILLARD, Jean (1968/2001):
Das System der Dinge - über unser Verhältnis zu den Alltäglichen Gegenständen
Frankfurt am Main: Campus
CLIFFORD, James und George E.MARCUS (Eds.) (1986):
Writing Culture. The Poetics and Politics of Ethnography.
London/Berkeley/Los Angeles: University of California Press.
CURBACH, Janina (2003): Global Governance und NGO´s.
Transnationale Zivilgesellschaft in internationalen Politiknetzwerken.
Opladen: Leske+Budrich.
GELL, Alfred (1998):
Art and Agency. An Anthropological Theory.
Oxford: Clarendon Press.
GINGRICH, Andre (1999): Erkundungen.
Themen der ethnologischen Forschung.
Wien/Köln/Weimar: Böhlau.
HANNERZ, Ulf (1996):
Transnational Connections. Culture, People, Places.
London/New York: Routledge.
HOPPE, Ralf (2007): Hunger. Duell der Regenmacher.
In: Der Spiegel. Ausg. 33/2007 vom
13.08.2007, S. 108.
KEESING, Roger M. (1994): Theories of Culture revisited.
In: BOROVSKY (Ed.) (1994): S.301-312.
KREFF, Fernand (2003):
Globalisierung in Repräsentationen von Kultur, Gesellschaft und
Lokalität. Selbstreflexionen der Sozial- und Kulturanthropologie.
Berlin: Dietrich Reimer Verlag
KORN, Wolfgang 2008:
Die Weltreise einer Fleeceweste.
Eine kleine Geschichte über die grosse Globalisierung
Berlin: Bloomsbury
KÜCHLER, Susanne und Daniel MILLER (Eds.) (2005):
Clothing as Material Culture.
Oxford/New York: Berg.
KYMLICKA, Will et.al. (Eds.) (2004):
Ethnicity and Democracy in Africa. Oxford/
Bloomington: James Currey/Indiana University Press.
LANDAU, Paul S. und Deborah D. KASPIN (Eds.) (2002):
Images and Empires. Visuality in Colonial and Postcolonial Africa.
London/Berkeley/Los Angeles: University of California Press.
MADDOX, Gregory H. and James L.GIBLIN (Eds.) (2005):
In Search of a Nation. Histories of Authority and Dissidence in Tanzania.
Oxford/Dar es Salaam/Athens(Ohio): James
Currey/Kapsel educational Publikations/Ohio University Press.
MCDONALD, David A. and Eunice Njeri SAHLE (Eds.) (2002):
The Legacies of Julius Nyerere.
Influences on Development Discource and Practice in Africa.
Trenton/Asmara: Africa World Press.
MICHAEL, Sarah (2004): Underminig Development.
The Absence of Power among local
NGO´s in Africa. Oxford/Bloomington:
James Currey/Indiana Univerity Press.
MUDIMBE, V.Y. (1988):
The Invention of Africa.
Gnosis, Philosophy and the Order of Knowledge.
Oxford/Bloomington: James Currey/Indiana Univerity Press.
PALMER, Alexandra and Hazel CLARK (Eds.) (2005):
Old Clothes, New Looks. Second Hand Fashion.
Oxford/New York: Berg.
SCHNEIDER, Arnd and Christopher WRIGHT (Eds.) (2006):
Contemporary Art and Anthropology.
Oxford/New York: Berg.
STIEGLITZ, Josef E. und Andrew Charlton 2006:
Fair Trade - Agenda für einen gerechten Welthandel.
Hamburg: Murmann
ULRICH, Wolfgang 2006:
Haben Wollen: Wie funktioniert die Konsumkultur?
Frankfurt am Main
S. Fischer Verlag
+++
Reader zum Thema
UNS DIE WELT
hans werner lobo
http://unsdiewelt.com/
http://www.markenfirmen.com/
“Restlos” verantwortlich - Denkanstöße für Kleiderkammern,
Tipps zum Umgang mit (Gebraucht)-Kleidung
Weiße Westen im Osten? Altkleiderexporte nach Mittel- und Osteuropa ,
Gebrauchtkleidung zwischen Hilfe und Handel -
Ein Informations- und Aktionshandbuch,
Mehr Durchblick bei Kleidersammlungen - Im Blickpunkt 2007,
Hilfe für Bedürftige oder Entsorgung von Überschüssen?
Hilfstransporte in der Diskussion
Worauf achten bei Kleidersammlungen?
NEUAUSGABE 2007/2008,
Secondhand ist 1. Wahl -
Im Blickpunkt 2008,
Dialogprogramm Gebrauchtkleidung in Afrika:
Entwarnung für Gebrauchtkleiderexporte?
——————————————————-
Bestellbar unter: Dachverband FairWertung e.V.
Hüttmannstr. 52, 45143 Essen
Tel. 0201/62 10 67
E-Mail: info@fairwertung.de
Besuchen Sie uns im Internet: www.fairwertung.de
Links zum Thema:
http://www.saubere-kleidung.de/


