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Westeuropäer und ihre praktische Methode, Platz im Schrank zu schaffen. Klappe zu, fertig. Spitzenreiter sind die Deutschen: Sie entsorgen so jedes Jahr eine Dreiviertel Milliarde Altkleider. Ab da wandern die Klamotten um die halbe Welt: über große Verladehäfen geht’s nach Afrika oder Asien.
Zwei Künstler und ein Kulturanthropologe aus Österreich sind ihren Altkleidern hinterher gereist, haben einen Teil davon zurückgekauft und wieder mit nach Europa gebracht. Aber nicht aus Nostalgie, sondern um zu zeigen, was Kleiderspenden in der globalisierten Welt anrichten. In die Container wandert das, was wirklich niemand mehr brauchen kann.

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mitumback pressespiegel:

pressetext sueddeutsche

28.01.2009
Kunst-Klamotten-Kreislauf

¸¸Mitumback”, eine Aktion in der Lothringer 13

Wohin mit dem alten Pullover? Natürlich in den Altkleidercontainer, denn dort wird die Bekleidung für einen guten Zweck gesammelt und in die Dritte Welt geschickt, zum Beispiel nach Afrika. Was dort dann mit den Sachen passiert und welchen Kreislauf die gutgemeinte Kleiderspende in Gang setzt, hinterfragt kaum jemand. Die zwei österreichischen Künstler Coelestine Engels und Markus Hafner mit dem Sozialanthropologen Christof Berthold wollten der Sache auf den Grund gehen und reisten der Kleidung nach Tansania nach. Denn dort landet sie unter dem Namen “Mitumba” als Second-Hand-Ware aus der Ersten Welt auf dem lokalen Bekleidungsmarkt. “Für die Einheimischen hat der Handel mit Altkleidern nicht nur positive Auswirkungen. Sie sind billiger als die lokal produzierten Textilien und entziehen der einheimischen Bekleidungsindustrie deshalb den Boden”, erklärt Markus Hafner. Um auf diesen ökonomischen Kreislauf aufmerksam zu machen, haben sie ihr Mode-Kunst-Projekt “Mitumback” entwickelt und die Ware re-importiert. Mit einem selbstgemachten Label aufgewertet, wird sie als Kunstwerk in den Erste-Welt-Markt eingeschleust.

Die phantasievoll gestalteten Markenschilder für ihre erste Mode-Kunst-Kollektion ließen sie von Afrikanern zu fairen Löhnen sticken. “Mit unserem Projekt wollen wir eine ökonomische Praxis nicht einfach plump kritisieren, sondern die Einheimischen auch wirklich daran beteiligen.”, sagt Hafner. Etwa 120 Teile von der Skimütze bis zum Trainingsanzug umfasst die erste Kollektion, die von Donnerstag, 19 Uhr, an im Laden der Lothringer 13 ausgestellt ist. Besucher können sich nicht nur über das Projekt mit Fotos, Zeichnungen und Videos informieren, sondern die Kollektionsstücke auch käuflich erwerben. Dabei kann der Kunde sogar selbst bestimmen, was er für den künstlerisch veredelten Re-Import bezahlen mag. Gestaffelte Preisgruppen und ein Informationsblatt machen ihn auf die zweifelhafte Preispolitik einer global arbeitenden Bekleidungsindustrie aufmerksam. Bei Mitumback kann man auch in Krisenzeiten mit gutem Gewissen exklusive Mode-Kunst-Unikate erwerben, denn der Gewinn aus dem Kunstprojekt wird einer Schule in Tansania zugute kommen.
CORNELIA GOCKEL sueddeutsche zeitung

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